Die besten Abo-Dienste, die ihr Geld wirklich wert sind
Auf deinem Kontoauszug stehen siebzehn wiederkehrende Abbuchungen und du nutzt nur vier davon. Hier ist eine ehrliche Aufschluesselung, welche Abo-Dienste ihre monatliche Gebuehr wirklich verdienen und welche dich stillschweigend ausrauben, waehrend du vergisst, dass sie existieren.
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Ich habe letzten Monat etwas Erschreckendes getan. Ich habe meinen Kontoauszug aufgerufen, jede wiederkehrende Abbuchung gesucht und eine Tabelle erstellt. Nicht weil ich organisiert bin -- bin ich wirklich nicht -- sondern weil mir klar wurde, dass ich keine Ahnung hatte, wie viel Geld still und leise jeden Monat aus meinem Konto floss fuer Dienste, die ich moeglicherweise gar nicht nutze.
Die Summe betrug 387 Euro pro Monat. Dreihundertsiebenundachtzig Euro. In Abos. Das sind 4.644 Euro im Jahr. Dafuer koennte ich ein gebrauchtes Auto kaufen. Ein anstaendiges. Ich koennte nach Europa fliegen. Ich koennte ein Schwimmbecken mit Muenzen fuellen und darin herumschwimmen wie Dagobert Duck, und das waere eine bessere Geldverwendung als die 9,99 Euro pro Monat fuer eine Meditations-App, die ich im November zweimal geoeffnet habe.
Ich ging jeden einzelnen Posten durch, bewertete, ob er meinem Leben wirklich Mehrwert brachte, und kuendigte am Ende elf Abos und behielt acht. Die Nachwirkungen waren ein wichtiger Teil davon, tatsaechlich an einem Budget festzuhalten, ohne mich eingeschraenkt zu fuehlen.
Stufe Eins: Jeden Cent wert
Ein Musik-Streaming-Dienst (Spotify oder Apple Music) -- etwa 11 Euro/Monat. Zugang zu im Grunde jedem Song, der je aufgenommen wurde, auf Abruf, ohne Werbung, zum Preis eines einzelnen Getraenks an der Bar, ist einer der besten Deals im modernen Leben. Ich nutze Spotify ungefaehr sechs Stunden am Tag. Pro Nutzungsstunde kostet es mich Bruchteile eines Cents.
Waehle einen. Du brauchst nicht beide. Spotify hat bessere Entdeckungs-Algorithmen und Podcasts. Apple Music hat etwas bessere Klangqualitaet und integriert sich perfekt ins Apple-Oekosystem.
Ein Cloud-Speicherdienst (iCloud, Google One, oder aehnliches) -- 3-10 Euro/Monat. Ich habe das jahrelang ignoriert und bekam staendig die „Dein iCloud-Speicher ist voll"-Benachrichtigung. Die 2,99 Euro pro Monat fuer 200GB iCloud-Speicher bedeuten, dass meine Fotos, Dokumente und alles Wichtige automatisch gesichert werden, ohne dass ich darueber nachdenken muss.
Als mein Handy letzten Sommer unplanmaeßig im Pool eines Freundes schwimmen ging, verlor ich null Daten. Null. Diese Seelenruhe ist mehr als drei Euro pro Monat wert.
Ein Passwort-Manager (1Password oder Bitwarden) -- 3-5 Euro/Monat. Wenn du immer noch dasselbe Passwort fuer alles verwendest, ist ein Passwort-Manager das Abo, das dich vor dem meisten realen Schaden bewahrt.
Stufe Zwei: Kommt auf deine Situation an
Amazon Prime -- etwa 9 Euro/Monat. Ich schwanke bei diesem jaehrlich. Die schnelle Lieferung allein spart mir genug Einkaufsfahrten. Dazu kommt Prime Video (das still und leise zu einer der besseren Streaming-Bibliotheken geworden ist), der Fotospeicher und die gelegentlichen Prime-Day-Angebote.
Ein Streaming-Dienst (aber waehle EINEN oder maximal ZWEI). Hier setzt die meiste Streaming-Muedigkeit ein. Netflix, Disney+, WOW, Apple TV+ -- wenn du fuer alle bezahlst, gibst du 80-100 Euro pro Monat fuer Fernsehen aus. Das sind Kabel-Preise. Wir haben Kabel neu erfunden, nur schlechter.
Der Trick ist, ein oder zwei gleichzeitig zu haben und zu rotieren. Schau alles, was du auf Netflix willst, zwei Monate lang. Kuendige. Nimm WOW fuer die neue Staffel von was auch immer alle reden. Kuendige. Es gibt keine Strafe. Keinen langfristigen Vertrag.
Eine Fitness-App oder ein Dienst -- 10-30 Euro/Monat. Apple Fitness+, Peloton-App, oder was auch immer. Ob das es wert ist, haengt komplett von einer Sache ab: nutzt du es tatsaechlich? Sei brutal ehrlich mit dir selbst ueber die Nutzung, bevor du dich verpflichtest.
Stufe Drei: Du solltest diese wahrscheinlich kuendigen
Premium-Versionen kostenloser Apps. Ich zahlte fuer Premium-Duolingo (14 Euro/Monat), um Spanisch zu lernen. In zehn Monaten lernte ich „Wo ist die Bibliothek?" und „Meine Katze ist sehr dick" zu sagen. Diese Saetze kosteten mich insgesamt 140 Euro.
Dasselbe gilt fuer die meisten Premium-App-Upgrades. Bevor du fuer irgendetwas Premium bezahlst, frag dich: „Was genau bekomme ich fuer dieses Geld, das die kostenlose Version nicht bietet?"
Abo-Boxen. Ich habe viele ausprobiert. Ein Kaffee-Abo (okay), eine Snack-Box (seltsames Zeug, das ich nicht wollte), eine Grooming-Box (zu viel Bartoel, zu wenig alles andere), und kurzzeitig ein Hot-Sauce-Abo (echt spaßig, aber mein Verdauungssystem reichte nach Monat drei die Scheidung ein). Das Problem mit Abo-Boxen ist, dass sie zwei Monate lang aufregend sind und dann zur Last werden.
Die Ausnahme ist, wenn das Abo etwas ersetzt, das du sowieso kaufen wuerdest. Ich abonniere eine Kaffeerosterei, die mir alle zwei Wochen eine Tuete schickt. Ich trinke alle zwei Wochen eine Tuete Kaffee. Das ist kein Abo-Box -- das ist einfach automatisiertes Einkaufen.
Erweiterte Garantien und Schutzplaene. AppleCare, erweiterte Garantien auf deinen Fernseher -- das sind alles abo-aehnliche Produkte, die darauf ausgelegt sind, deine Angst vor Defekten auszunutzen. Statistisch gesehen zahlen die allermeisten Leute mehr fuer Garantiekosten als sie jemals fuer Reparaturen ausgeben wuerden.
Das Audit, das du jetzt sofort machen musst
Oeffne deinen Kontoauszug. Jetzt. Ich meine es ernst. Suche nach wiederkehrenden Abbuchungen. Mach eine Liste. Fuer jede stelle dir drei Fragen:
Wann habe ich das zuletzt tatsaechlich benutzt? Wenn die Antwort „ich weiß nicht mehr" ist, kuendige es. Du kannst dich spaeter immer wieder anmelden, wenn du es vermisst. Du wirst es nicht vermissen.
Wenn ich das noch nicht haette, wuerde ich mich heute zu diesem Preis anmelden? Diese Frage durchbricht die Traegheits-Verzerrung, die uns aus Gewohnheit statt aus Mehrwert abonniert haelt.
Was sind meine Kosten pro Nutzung? Teile die monatliche Gebuehr durch die tatsaechliche Nutzungshaeufigkeit. Spotify fuer 11 Euro/Monat bei taeglicher Nutzung? Centbetraege pro Nutzung. Brillant. Eine Fitnessstudio-Mitgliedschaft fuer 50 Euro/Monat, die du zweimal besuchst? 25 Euro pro Besuch. Da waerst du mit Tageskarten besser dran.
Ich habe 189 Euro monatlich an Abos gekuerzt, die ich nicht wirklich nutzte. Das sind 2.268 Euro im Jahr zurueck in meiner Tasche. Ich spuerte keinerlei Qualitaetsverlust in meinem Leben. Nicht mal ein bisschen.
Dein Zug.
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